Galerie.Z
   

Lorenz Helfer

„Petömihályfa“

Ausstellungseröffnung                                Do 04. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Der Künstler ist anwesend

Es spricht                                                     Judith Reichart

Ausstellungsdauer                                      04|06|2026 - 04|07|2026


Wahrhaft Gutes aus der Dose

Nach 2022 und 2024 widmet die Galerie.Z inzwischen zum dritten Mal dem in Bregenz lebenden und arbeitenden Lorenz Helfer eine Soloschau. Der Zwei-Jahres-Rhythmus war so nicht geplant. Es habe sich einfach so ergeben, lässt die Galeristin Andrea Romagna-Miessgang wissen. Anlass für die aktuelle Präsentation sind Arbeiten, die der Künstler 2025 während eines zweimonatigen Aufenthalts in Petömihályfa geschaffen hat. Die kleine ungarische Gemeinde, in der lediglich ca. 200 Menschen leben, ist zugleich der Titel der Ausstellung.

Lorenz Helfer studierte zwar an der Universität für Angewandte Kunst in Wien bei Wolfgang Herzig und Johanna Kandl Malerei, hält das Zeichnen diesem Genre gegenüber für ebenbürtig und wertvoll. Es überrascht also nicht, dass er 2022 die Galerie in Hard mit einer raumgreifenden Papierarbeit überzog. Mit den dargestellten Restaurantszenen veranschaulichte er, dass die Zeichnung für sein Schaffen essentiell ist. Dies begründete er mit der Möglichkeit des intensiven Experimentierens, die ihm das Zeichnen bietet.

Kontinuierliches Experimentieren
In der Malerei lebt er diese Passion gleichermaßen aus, was er mit seinem zweiten Auftritt „Tagebuch“ 2024 unterstrich. Lorenz Helfer stellt jedoch unmissverständlich klar, wie herausfordernd die stetige Suche nach neuen Wegen ist. Als seine wesentliche Motivation nennt er das unerschöpfliche Potential der Malerei und seine Liebe zu ihr. Was liegt also näher, sich wieder intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen. In der Abgeschiedenheit von Petömihályfa (Michelsdorf im Miestal) hat der Künstler offenbar optimale Bedingungen dafür gefunden.

An dem für ihn märchenhaften Ort, an dem er die Zeit als abgeschafft wahrgenommen hat, setzte er unermüdlich sein Streben nach unbeschrittenen Wegen fort. Denn in seinem künstlerischen Ausdruck stehen zu bleiben, ist für den mehrfach ausgezeichneten Künstler keine Option. Zu Beginn seines in Kooperation mit der Galerie Krinzinger realisierten Aufenthalts, griff er zu Fassadenfarben, die er auf Papier und Leinwand auftrug. Doch die Farben verhielten sich nicht nicht so, wie von ihm beabsichtigt. Durchwegs selbstkritisch seinem eigenen Können gegenüber, war er mit dem Resultat nicht zufrieden. Erprobungen mit alternativen Materialien wie etwa Klarlack folgten.

Vorbehalte überwinden
Trotz diverser Tüfteleien mit Strukturen und Oberflächen hielt Lorenz Helfer, der sich konsequent und unnachgiebig an einer starken Aussagekraft seiner Werke orientiert, die Bilder für zu wenig interessant. Damit eine Arbeit hohen künstlerischen Ansprüchen genügt, müssen nach seiner Überzeugung etliche Entscheidungen getroffen und hinterfragt werden. Nach dieser bewährten Methode ging er schließlich auch im Atelier in Ungarn vor, wobei er sich auf seine Jugendzeit besann. Zuvor galt es jedoch, Vorbehalte zu überwinden.

Als Jugendlicher gestaltete er nämlich viele Graffitis. Sprühfarben aus der Dose verwendete er ganz selbstverständlich. Ob sie in einem Ausstellungsort funktionieren, daran zweifelte er anfangs.    Aus einer neutralen Perspektive beurteilt, erkannte er die Sprühdosen als gängige Werkzeuge. Seine Vorbehalte verflüchtigten sich, Lorenz Helfer agierte immer mutiger und großzügiger. Die kleinen Papierformate ersetzte er durch größere Sperrholzplatten, auf denen sich die Figuren entfalten können. Denn dem Künstler liegt sehr daran, dass sie sich frei bewegen und nicht von ihm kontrolliert werden.

Wie in seinem gesamten vielschichtigen Oeuvre spielt Lorenz Helfer auch in „Petömihályfa“ meisterhaft mit dem Changieren zwischen Schärfe und Unschärfe. Dieses Stilmittel setzte er ebenso virtuos wie gewieft ein. Denn darin sieht er eine probate Möglichkeit, um die Dramaturgie zu steigern. Bei den gezeigten Tafeln, auf denen nicht eindeutig identifizierbare Personen in diffusen Farbschichten schweben, gelingt dies überzeugend.

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